Montag, 13. Dezember 2010

Chemie - Fluch oder Segen?

 

Bringt uns die Chemie alle um, oder wird unser Leben mit jeder neuen Entwicklung leichter und schöner. Unser Bild von diesem bedeutenden Industriezweig wird von häufigen Negativschlagzeilen bestimmt. Doch es gibt auch andere Aspekte.

 

Immer wieder werden wir von Meldungen über Chemieunfälle aufgeschreckt. Ob Verpuffungen oder Giftgaswolken, bei denen die Bevölkerung zum Geschlossenhalten der Fenster aufgerufen wird, bis hin zu den furchtbaren Unglücken von Seveso und Bhopal in den 70er und 80er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

Das führt dazu, dass wir beim Gedanken an Chemie ein erhebliches Unbehagen spüren. Chemie schädigt Mensch und Tier, Chemie verschmutzt die Umwelt, Chemie ist einfach nur schlecht. Wirklich?

Lassen Sie einfach mal einen Tag in Ihrem Leben Revue passieren und achten Sie darauf,  wo Ihnen überall Chemie begegnet. Das fängt morgens an, wenn Sie Ihr Radiowecker aus dem Schlaf bringt, dessen Gehäuse wahrscheinlich aus Kunststoff ist. Im Badezimmer machen Sie sich dann mit Duschgel, Zahnpasta und Bodylotion fit für den Tag. Fast alle Inhaltsstoffe rechnet man mehr oder weniger der Chemie zu.

Später auf dem Weg zur Arbeit, egal ob Sie sich mit dem Auto oder umweltfreundlich mit Bussen und Bahnen dorthin begeben, lassen sich schon wieder chemische Produkte ausmachen. Denken Sie nur an die Lackierung oder den Treibstoff. In Büro oder Werkstatt?

Egal, ob Sie den Flachbildschirm Ihres PCs oder das Telefon betrachten, es wurden Kunststoffe und Flüssigkeiten aus der Chemie verwendet. Die Platte Ihres modernen Schreibtisches ist  meist aus Laminat hergestellt und ohne die zahlreichen Hilfsmittel in Industrie und Handwerk geht gar nichts mehr. Und sonst? Ob Filzstifte oder das Spielzeug Ihrer Kinder, Wasch- und Reinigungsmittel, die Ihnen die Arbeit im Haushalt erleichtern oder zahlreiche Dinge die wir zur Freizeitgestaltung benutzen, überall finden sich Produkte aus der chemischen Industrie wieder. Die Liste ließe sich ins Unendliche fortsetzen.

Es ist klar, dass unser modernes Leben ohne Chemie nicht mehr denkbar ist. Klar ist aber auch, dass die unbestreitbaren Gefahren minimiert werden müssen! Sowohl Politik, Behörden als auch die  Industrie selbst sind gefordert, Gefahren für uns und unsere Umwelt abzuwenden. Produktsicherheit, Arbeitsicherheit und höchste Umweltstandards müssen dabei an erster Stelle stehen. Es ist nicht akzeptabel, nur zum Zwecke der Gewinnmaximierung Produktionen in Drittweltländer zu verlagern, in denen solche Standards nicht im Geringsten eingehalten werden..

Wenn man all dies akzeptiert, werden wir auch in Zukunft nicht auf die vielseitigen Einsatzzwecke und phantastischen Möglichkeiten, welche uns die Chemie bietet, verzichten wollen und können.